Schwangerschaft und Geburt in der Schweiz

Schwangerschaft und Geburt in der Schweiz – Praxis versus Theorie

Wahrscheinlich fragt sich jede junge Mutter, die in die Schweiz kommt und mit der hiesigen Realität und den vorherrschenden Bräuchen, Systemen und Gesetzen konfrontiert wird, wie es mit der Schwangerschaft in der Schweiz ist.

Was deckt die Versicherung ab?

Grundsätzlich deckt die Grundversicherung alle notwendigen Leistungen bei Mutterschaft ab – es entstehen Ihnen also, anders als bei Krankheit, keine zusätzlichen Kosten (Franchise und Selbsbehalt) für Untersuchungen, die während der Schwangerschaft unmittelbar und sinnvoll sind. Gemäss dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) decken diese Leistungen die medizinischen Untersuchungen während der Schwangerschaft, der Geburt und der anschliessenden Genesung der Mutter.

Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes müssen Frauen keine Kosten (Franchise und Selbstbehalt) bezahlen, auch nicht für schwangerschaftsunabhängige Untersuchungen und Behandlungen, d.h. allgemeine Gesundheitsprobleme. Ausnahmen sind Präventivmaßnahmen, Unfälle und Zahnbehandlungskosten.

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Lohnt sich eine Zusatzversicherung während der Schwangerschaft?

Je nach den Bedürfnissen der werdenden Mutter kann eine zusätzliche Mutterschaftsversicherung sinnvoll sein. Die Grundversicherung deckt alle notwendigen Leistungen bei Mutterschaft ab. Wer zusätzliche Leistungen oder Komfort wünscht, ist mit einer Zusatzversicherung gut abgesichert. Diese Versicherung deckt unter anderem die freie Arztwahl während der Geburt, zusätzliche Untersuchungen und Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, die Übernahme eines Teils der Kosten für zusätzliche Gymnastikkurse oder die Versorgung in privaten Krankenhäusern.

Bitte beachten Sie: Bei Zusatzversicherungen gilt in vielen Fällen eine Karenzzeit, in der Regel 9 oder 12 Monate. Es ist daher ratsam, im Voraus eine zusätzliche Krankenhaus- und Ambulanzversicherung abzuschließen. Fällt die Schwangerschaft in die Karenzzeit, zahlt die Zusatzversicherung keine zusätzlichen Leistungen bei Mutterschaft.

Wie sieht es mit der Krankenversicherung für Frauen und Kinder aus, die erst nach der Geburt in die Schweiz kommen?

Wenn die Mutter in Polen Anspruch auf Mutterschaftsurlaub (später auch auf Elternurlaub) hat und sie ihren Vater besucht und in der Schweiz bleibt, kann sie eine Befreiung von der Zahlung der KVG-Grundversicherung beantragen. In diesem Fall müssen Sie das Formular S1 aus dem polnischen NFZ wählen und sich mit diesem bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG melden. Sie werden Ihnen ein Formular zum Ausfüllen geben. Nachdem Sie das Formular zusammen mit der S1 zurückgeschickt haben, teilt Ihnen das KVG den Entscheid mit und schickt Ihnen eine Versichertenkarte, die wie jede andere Krankenversicherungskarte aussieht. In der Praxis gibt es in der Schweiz eine freie Arztwahl und eine Franchise 300.

Sozialversicherungsleistungen nach der Entbindung:

Erwerbstätige Frauen haben nur Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub.
Je nach Kanton erhalten Sie eine Familienzulage für das Kind in der Regel in der Höhe von ca. 200-250 CHF. Einige (meist französischsprachige) Kantone gewähren diese Zulage zu einem höheren Betrag.

Vaterschaftsurlaub

Ab dem 1. Januar 2021 haben Väter Anspruch auf zwei Wochen bezahlten Urlaub (14 Tage Gehalt).
Die Vaterschaftsentschädigung beträgt 80 % des Lohns, maximal 196 Franken pro Tag. Kantonale Vorschriften, Personalreglemente und Gesamtarbeitsverträge können günstigere Regelungen vorsehen.
Im Gegensatz zum Mutterschaftsurlaub ist der Vaterschaftsurlaub flexibel: Sie können ihn ganz oder in einzelnen Tagen nehmen, jedoch innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt.